PLATEFORME 10 – das neue Museum

Von 2018-2022 führen die Stadt Lausanne und der Kanton Waadt drei ihrer markantesten Kultureinrichtungen an ein und demselben Standort zusammen. Das mcb-a, das Mudac und das Musée de l’Elysée beziehen ihre neuen Räumlichkeiten in unmittelbarer Bahnhofsnähe auf dem Gelände der alten SBB-Lokhallen. Das Bauvorhaben Plateforme10, mit seiner für die Schweiz bis dahin ungekannten Grössenordnung, wird vom Kanton Waadt, der Stadt Lausanne und der SBB gemeinsam getragen mit dem Ziel, Lausannes Profil als eine Stadt zu schärfen, in der Kultur grossgeschrieben wird – und zwar auf innovative Art und Weise. Zwei Meilensteine des Projekts werden 2015 erreicht.  

www.Plateforme10.ch

Die Architekten Aires Mateus entwerfen das Musée de l'Elysée der Zukunft

eit seiner Gründung im Jahr 1985 setzt sich das Musée de l'Elysée mit Fotografie auseinander und macht sie mit innovativen Ausstellungen, bahnbrechenden Publikationen und an ein breites Publikum gerichtete Veranstaltungen bekannt. In den 30 Jahren seines Bestehens hat das Haus mit seiner wegweisenden Haltung einen Platz unter den bedeutendsten reinen Fotomuseen errungen.

Am 5. Oktober 2015 geben wir mit grosser Freude bekannt, dass das Architekturbüro Aires Mateus für den Bau des Musée de l'Elysée der Zukunft ausgewählt wurde. Wir freuen uns darauf, mit Ihnen gemeinsam in diesem neuen Rahmen unserer Sicht auf die Fotografie Ausdruck zu verleihen! 

www.airesmateus.com



© Yves André

Ein Museum, zwei Museen, drei Räume

Durch seine kraftvolle, unmittelbare Architektur erfüllt der Entwurf „Ein Museum, zwei Museen“ die Ausschreibungsvorgaben. Das als ein Volumen geplante Haus erzeugt eine synthetische Einheit aus der Dualität und Komplementarität der zwei Museen, die beiderseits des den gemeinsamen Eingang anzeigenden Lichtschachts liegen. Diese horizontale Öffnung durchzieht den sich am Ende der Esplanade erhebenden Baukörper und übt eine spektakuläre Anziehungskraft auf den Besucher bzw. den Reisenden aus. Die ikonische Qualität des Gebäudes ist nicht nur ein Blickfang. Unverkennbar werden hier Funktionalität und Raumqualität in den Vordergrund gestellt. Der Besucherempfang liegt in der Verlängerung des öffentlichen Platzes, der nun zwischen dem Kantonalen Kunstmuseum und dem neuen Gebäude entsteht. Als wahrhaftes, nach allen vier Seiten hin offenes Forum nimmt die Eingangshalle sämtliche gemeinsamen Servicebereiche auf: Eintrittskasse, Buchhandlung, Museumsshop, Bibliothek, Mehrzwecksaal und Cafeteria.

Die als Landschaft aufgefassten Böden und Decken verleihen diesem Raum eine aussergewöhnliche, einladende Atmosphäre. Der Besucher hat die Wahl zwischen einer ins Mudac und einer ins Musée de l'Elysée führenden Treppe. Die beiden Ausstellungsebenen verdoppeln die Flächen, die den beiden Museen aktuell jeweils an ihrem historischen Standort zur Verfügung stehen. Sie sind für beide Häuser gleich dimensioniert und bieten grosszügige, durch ihren Modulcharakter flexible Räume, die eine abwechslungsreiche Sammlungspräsentation und Szenografie der Sonderausstellungen ermöglichen.

Die Depots und technischen Dienste im Untergeschoss sind Garanten für eine optimale Konservierung der Sammlungen, während die Räume der Mitarbeiter im Norden und Westen um das zentrale, dem Publikumsverkehr vorbehaltene Gebäude angeordnet sind.

Dies ist der Anbruch einer neuen Ära, die die Herzen all derjenigen höher schlagen lassen wird, die Freude an Kunst und Entdeckungen haben! 

Ein Museum, zwei Museen, drei Räume. Zwei massive Körper umspannen einen leeren Raum, der sich ausdehnen oder zusammenziehen kann. Ein Raum, der stets im Kontakt mit Aussen steht, ein Raum zum Hereinkommen, Durchqueren, Warten. Der überdachte Platz führt zum Eingang beider Museen.

Zwei geometrisch geschwungene Betonmassen berühren einander, beinahe, öffnen sich. Aus dem Himmel oder dem Boden ziehen sie ihr subtiles, erlesenes Licht. Der Raum zwischen ihnen ist in der Schwebe. Das Elysée bildet den Sockel, das Mudac das Gewölbe. Zwei Museen und ein Raum bilden zusammen ein prismenartiges Volumen, das sich durch einen vorgelagertes Vakuum von den verschiedenen Servicebereichen absetzt. Indem sie die Grenzen des Geländes aufnehmen, schaffen diese rings um das Museum den notwendigen Abstand, damit das Licht einfallen und das Prisma als Einheit herausbilden kann.

„Ein Museum, zwei Museen“ ist der Ausgangspunkt. Der Projekttitel steht für den Gedanken, dass jede Einheit über das für sie charakteristische Licht und ihren eigenen Raum verfügt. Und für die Idee, dass der objekthafte Wert der baulichen Hülle einzig dazu dient, den wertvollen Inhalt zu schützen.

Aires Mateus, Architekten